Anna – Zwischen Licht und Schatten


Anna war schon immer ein Mädchen mit einem reichen Innenleben. Schon früh zeigte sich ihre besondere Sensibilität und Kreativität – sie zeichnete, schrieb, machte Musik. Hinter dieser Ausdruckskraft lag jedoch eine tiefe Verletzlichkeit. Mit Beginn der Pubertät traten starke Stimmungsschwankungen, Impulsdurchbrüche und Phasen innerer Leere auf. 

Mit 15 begann Anna, sich selbst zu verletzen. In Momenten intensiver Verzweiflung wurde der Schmerz zur einzigen Form, ihre inneren Spannungen zu spüren und zu regulieren. Ihre Eltern suchten schließlich Hilfe, überfordert von Sorge und Hilflosigkeit. 

Nach ausführlicher Diagnostik zeigte sich eine Borderline-Entwicklung mit deutlicher depressiver Komponente. Der therapeutische Prozess begann engmaschig – anfangs mehrmals pro Woche, mit Fokus auf Stabilisierung, Beziehung und Affektregulation. Zunächst standen das Halten und Verstehen im Vordergrund: Anna sollte sich in ihrem Erleben gesehen und ernstgenommen fühlen. 

Im weiteren Verlauf kamen übertragungsfokussierte und verhaltenstherapeutische Elemente hinzu: der achtsame Umgang mit Gefühlen, das Erkennen von Beziehungsmustern, kognitive Übungen zur Impulssteuerung und Skilltraining in Einzel- und Gruppensettings. Begleitend fanden bei Bedarf Familiensitzungen statt, um die Eltern in ihrer unterstützenden Rolle zu stärken und destruktive Interaktionsmuster aufzufangen. 

In Krisenphasen wurde die Jugendhilfe mit einbezogen, um den Alltag zu stabilisieren. Eine medikamentöse Unterstützung mit niedrig dosierten Antidepressiva wurde erwogen, aber stets nur als Teil eines integrativen Therapiekonzepts eingesetzt – mit dem Ziel, den emotionalen Spielraum zu erweitern, nicht Gefühle zu dämpfen. Im Verlauf gewann Anna langsam mehr Halt in sich selbst. 

Sie begann, ihre Emotionen differenzierter wahrzunehmen, Auslöser zu verstehen und zwischen Gefühl und Handlung zu unterscheiden. Ihre Kreativität – einst Rückzugsort – wurde zunehmend zu einer Ressource. Heute lebt Anna bewusster mit ihren inneren Widersprüchen. Sie weiß, dass ihre Sensibilität keine Schwäche ist, sondern ein Teil ihrer Stärke. Zwischen Licht und Schatten hat sie gelernt, sich selbst zu halten – und zu vertrauen, dass Heilung ein Prozess ist, der in Beziehung geschieht.

Einzeltherapie

Einzeltherapie

Gruppentherapie

Gruppentherapie

Familientherapie

Familientherapie

Beratung

Beratung

Elterngruppe

Elterngruppe

Medikation

Medikation