Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Unsicherheit oder Angst in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen (Definition nach ICD-10).
Wenn die Angst hauptsächlich in sozialen Situationen auftritt wird sie als „Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters“ bezeichnet. Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden. Die Kinder zeigen eine durchgängige oder wiederkehrende Furcht vor Fremden und meiden diese. Die Furcht kann sich hauptsächlich auf Erwachsene oder auf Gleichaltrige oder auch auf beide beziehen. Die Vermeidung oder die Furcht vor sozialen Situationen ist so groß, dass sie mit einer bedeutenden sozialen Beeinträchtigung einhergeht.
Die Kinder leiden auch darunter, dass sie wenig Kontakt zu Gleichaltrigen aufnehmen. Mit Familienmitgliedern oder Gleichaltrigen, die sie gut kennen, kommen sie hingegen gut aus. Gelegentlich vermeiden die Kinder Blickkontakt mit anderen, antworten auf Fragen einsilbig oder gar nicht oder sprechen häufig sehr leise und undeutlich. Ihre Hobbys sind oft solche, die sie alleine durchführen können.
Die Kinder fürchten sich davor, sich lächerlich zu machen oder in bestimmten Situationen zu versagen. Dies kann auch dazu führen, dass sie nicht mehr in die Schule gehen wollen. Allerdings steht hier -anders als bei der Trennungsangst des Kindesalters- nicht die Angst vor der Trennung von einer Bindungsperson im Vordergrund. Im Gegensatz zu den anderen Angststörungen im Kindesalter tritt die Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters eher selten auf.